Ein.Tauchen – in Wasser, Klang und Licht
Ab 1819 konnten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Gaukönigshofen die rituellen Waschungen, die ihnen ihr Glaube vorschrieb, in einer neuen Mikwe durchführen. Dieses Tauchbad entsprach nicht nur den religiösen Vorschriften, sondern auch den hygienischen Standards jener Zeit. Mehrfach wurde das kleine Gebäude renoviert, bis es die Gemeinde unter dem Druck der Nationalsozialisten 1939 verkaufen musste. Der neue Eigentümer baute es zur Garage um. Erst 1987 erwarb die politische Gemeinde Gaukönigshofen das kleine Gebäude und machte es zu einer Außenstelle der Gedenkstätte des Landkreises Würzburg in der benachbarten Synagoge.
Seither war die Mikwe ein Baudenkmal. Im Zuge einer erneuten Renovierungsmaßnahme konnten wir das Denkmal nun mit einer Medieninstallation verständlich und die jüdischen Glaubenspraktiken greifbar machen. Eine Leuchtwand markiert die Position einer früheren Zwischenwand, die Umkleide- und Badebereich trennte. Texte und Bilder informieren hier über das Gebäude, die kultische Bedeutung des Tauchrituals und die religiösen Vorschriften, die es begleiten. Eine atmosphärische Soundinstallation gibt das Plätschern des Wassers und die Segenssprüche wieder, die beim Ritual gesprochen werden. Immer wieder erklingt ein Niggun – eine meditativ-mysthische Melodie. Unterstützt hat uns bei der Konzeption und Gestaltung ein jüdisches Künstlerkollektiv – eine inspirierende Erfahrung für uns und sich auch für alle Besucher*innen.