Kulturelle Nahversorgung in der Ortsmitte
Winfried Maul betrieb in Niederwerrn nicht nur den örtlichen EDEKA-Markt, er führte seit 1993 auch ein privates Kolonialwarenmuseum. Auf beiden Gebieten war er enorm erfolgreich. Die Gemeinde Niederwerrn verlieh ihm daher die Ehrenbürgerwürde und suchte nach einer Möglichkeit, seine Sammlung zum Einzelhandel in einem kommunalen Museum zu präsentieren. Der passende Ort fand sich, als die Kommune ein modernes Bürgerzentrum mit Bürgersaal, Café und Energiescheune plante. Zwischen den nachhaltigen Neubauten sollte ein kleines Fachwerkgebäude mit nur 36 m² Grundfläche erhalten bleiben – der perfekte Platz für das Ladenmuseum!
Wir waren frühzeitig in das Projekt eingebunden und konnten mit dem Architekturbüro Schlicht, Lamprecht Kern den Um- und Ausbau des historischen Gebäudes planen. Sämtliche Zwischendecken konnten dabei entfernt und das Erdgeschoss großzügig verglast werden. Jetzt lässt sich das Museum wie durch ein Schaufenster rund um die Uhr besichtigen. Im Mittelpunkt der Präsentation steht Ladenmobiliar vom Ende des 19. Jahrhunderts, bestückt mit zahllosen Produkten und Verpackungen. Die Ausstellung selbst dreht sich um den lokalen Einzelhandel, um Winfried Maul, die Technisierung des Verkaufs, um Werbung und um kleine und große Marken – das ist informativ, unterhaltsam und in jedem Fall auch etwas nostalgisch! Bei der Eröffnung schwelgten die Niederwerrner in Erinnerungen.